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Michael Zahlheimer

8.7.2026

Handtherapie

Parkinson: Ursachen und Behandlung

Parkinson verändert Bewegung, Alltag und Selbstständigkeit. Viele Betroffene bewegen sich langsamer, fühlen sich steifer oder haben Probleme beim Gehen, Schreiben und Anziehen. Ergotherapie hilft dabei, Alltagsfähigkeiten zu erhalten. Ziel ist ein sicherer, aktiver und möglichst selbstständiger Alltag.

Inhaltsverzeichnis

- Kurzübersicht
- Parkinson: Ursachen & Symptome
- Diagnose
- Behandlungs-möglichkeiten für daheim
- So behandeln wir Parkinson
- Parkinson-Therapie in Regensburg
- Häufig gestellte Fragen
- Quellen
- Medizinischer Hinweis und Haftungsausschluss

Kurzübersicht

- Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung. Häufig sind Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifheit, Zittern und     Gangunsicherheit.¹
- Die Diagnose erfolgt ärztlich und klinisch. Entscheidend sind Symptome, Untersuchung und Verlauf.²
- Ergotherapie unterstützt den Alltag. Sie trainiert Anziehen, Schreiben, Greifen, Essen, Gehen und sichere Routinen.³
- Bewegung bleibt wichtig. Gezieltes Training kann Beweglichkeit, Gleichgewicht und Lebensqualität verbessern.⁴
- Die Therapie wird individuell angepasst. Beschwerden, Ziele und Wohnumfeld bestimmen den Behandlungsplan.

Ursachen und Symptome

Parkinson entsteht durch Veränderungen im Nervensystem. Besonders betroffen sind Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin bilden. Dopamin hilft dem Körper, Bewegungen flüssig zu starten und zu steuern.¹
Wenn Dopamin fehlt, werden Bewegungen langsamer und kleiner. Deshalb fallen einfache Tätigkeiten schwerer. Dazu gehören Knöpfen, Schreiben, Aufstehen, Umdrehen im Bett oder das sichere Gehen.

Typische motorische Symptome sind:

- Bewegungsverlangsamung: Bewegungen starten später und dauern länger.
- Muskelsteifheit: Arme, Beine oder Rumpf fühlen sich fest und unbeweglich an.
- Ruhezittern: Häufig zittert eine Hand, wenn sie gerade nicht aktiv benutzt wird.
- Gang- und Gleichgewichtsprobleme: Kleine Schritte, Unsicherheit und Stürze treten häufiger auf.
- Eingeschränkte Mimik: Das Gesicht wirkt starrer, obwohl Gefühle vorhanden sind.

Parkinson betrifft nicht nur Bewegung. Auch Schlaf, Konzentration, Stimmung, Stimme, Schlucken, Geruchssinn und Verdauung können verändert sein.²
Im Alltag entstehen Probleme oft durch mehrere Symptome gleichzeitig. Ein Beispiel: Beim Anziehen bremsen Steifheit, langsame Fingerbewegungen und Gleichgewichtsprobleme zusammen.

Diagnose

Parkinson wird ärztlich diagnostiziert. Die Untersuchung erfolgt meist durch eine Neurologin oder einen Neurologen. Dabei werden Beweglichkeit, Muskeltonus, Zittern, Gangbild und Reaktionen geprüft.²
Wichtig ist auch die Abgrenzung zu anderen Erkrankungen. Manche Medikamente, Durchblutungsstörungen oder andere neurologische Erkrankungen können ähnliche Beschwerden auslösen.

Warnzeichen für eine ärztliche Abklärund sind:

- neue Gangunsicherheit
- wiederholte Stürze
- plötzlich starke Verschlechterung
- Schluckprobleme
- Verwirrtheit oder Halluzinationen
- starke Kreislaufprobleme
- Taubheit, Lähmung oder akute Sprachprobleme

Bei plötzlichen neurologischen Ausfällen zählt sofortige medizinische Hilfe!

Behandlungsmöglichkeiten für Daheim

Die Behandlung von Parkinson besteht meist aus mehreren Bausteinen. Medikamente werden ärztlich gesteuert. Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie und Bewegungstraining ergänzen die Versorgung.²
Für daheim helfen klare, alltagsnahe Strategien.

1. Bewegungen größer denken

Viele Bewegungen werden bei Parkinson kleiner. Deshalb helfen bewusste, große Bewegungen.


Beispiele:
- beim Gehen bewusst große Schritte setzen
- beim Aufstehen den Oberkörper aktiv nach vorne bringen
- beim Schreiben größere Buchstaben üben
- beim Greifen den Arm bewusst weit führen

2. Den Alltag strukturieren

Feste Abläufe entlasten. Das gilt besonders morgens, bei Medikamentenzeiten und bei Aufgaben mit mehreren Schritten.


Beispiele:
- Kleidung abends bereitlegen
- häufig genutzte Gegenstände sichtbar platzieren
- Tätigkeiten in kleine Schritte teilen
- Pausen fest einplanen
- Termine zu Tageszeiten mit guter Beweglichkeit legen

Struktur spart Kraft und reduziert Stress.

3. Stürze vermeiden

Bei Gangunsicherheit hilft ein ruhiges Umfeld.


Sinnvolle Maßnahmen:
- Stolperfallen entfernen
- rutschfeste Schuhe tragen
- Teppichkanten sichern
- gute Beleuchtung nutzen
- beim Gehen nicht gleichzeitig telefonieren oder tragen
- Hilfsmittel fachlich prüfen lassen


Sturzangst führt oft zu weniger Bewegung. Das verschlechtert Sicherheit und Kraft. Deshalb ist gezieltes Training wichtiger als Rückzug.

4. Feinmotorik üben

Viele Betroffene haben Probleme beim Schreiben, Knöpfen oder Essen. Kurze Übungen unterstützen die Handfunktion.


Beispiele:
- große Schreibbewegungen auf Papier
- Münzen sortieren
- Wäscheklammern öffnen
- große Knöpfe üben
- Besteck mit verdicktem Griff testen

Hilfsmittel sind kein Zeichen von Schwäche. Sie erhalten Selbstständigkeit.

5. Regelmäßige Bewegung

Bewegung unterstützt Gleichgewicht, Kraft und Beweglichkeit. Geeignet sind zum Beispiel Spaziergänge, Nordic Walking, Tanzen, Krafttraining oder Wassergymnastik.⁴
Wichtig ist eine passende Intensität. Bei Unsicherheit, Stürzen oder Herz-Kreislauf-Problemen gehört das Training in fachliche Begleitung.

So behandeln wir Parkinson

In der Ergotherapie Praxis Zahlheimer in Regensburg-Burgweinting behandeln wir Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen. Dazu gehört auch Parkinson. Der Schwerpunkt liegt auf Bewegungsfähigkeit, Wahrnehmung und Handlungsplanung im Alltag.⁸

1. Befund- und Alltagsanalyse

Am Anfang steht ein genaues Gespräch. Wir klären, welche Tätigkeiten schwerfallen.


Typische Themen sind:
- Anziehen
- Essen und Trinken
- Schreiben
- Aufstehen und Hinsetzen
- Gehen in der Wohnung
- Haushalt
- Hobbys
- Beruf oder Ehrenamt


Die Therapie richtet sich nach dem Alltag, nicht nach einem Standardprogramm.

2.  Training von Alltagshandlungen

Wir üben konkrete Situationen. Das kann das Anziehen einer Jacke, das Schneiden von Essen oder das sichere Drehen in der Küche sein.
Dabei achten wir auf Tempo, Bewegungsgröße, Haltung und Sicherheit. Kleine Anpassungen verändern oft viel.

3. Feinmotorik und Handfunktion

Viele Menschen mit Parkinson bemerken zuerst eine kleinere Schrift oder ungeschicktere Finger. In der Therapie trainieren wir Greifen, Loslassen, Kraftdosierung und Koordination.
Bei Bedarf empfehlen wir Hilfsmittel. Dazu gehören Griffverdickungen, rutschfeste Unterlagen oder angepasste Schreibhilfen.

4. Gleichgewicht und Sturzprophylaxe

Wir trainieren sichere Bewegungsübergänge. Dazu gehören Aufstehen, Hinsetzen, Drehen, Starten, Stoppen und Richtungswechsel.
Ziel ist mehr Sicherheit in echten Alltagssituationen. Das Training passt zur Wohnung, zum Gehvermögen und zur Belastbarkeit.

5. Strategien bei Bewegungsblockaden

Manche Betroffene erleben Freezing. Dabei bleiben die Füße plötzlich wie am Boden kleben.
Hilfreich sind äußere Reize. Beispiele sind Zählen, Rhythmus, Markierungen am Boden oder ein klarer Schrittimpuls.

6. Angehörigenberatung

Parkinson betrifft oft die ganze Familie. Angehörige erhalten praktische Hinweise für Unterstützung ohne Übernahme.
Gute Hilfe stärkt Selbstständigkeit. Sie nimmt nicht jede Aufgabe ab, sondern macht aktive Beteiligung möglich.

7. Verlaufskontrolle

Parkinson verändert sich im Verlauf. Deshalb prüfen wir regelmäßig, ob Ziele, Übungen und Hilfsmittel noch passen.
So bleibt die Behandlung alltagsnah und flexibel.

LSVT-BIG und große Bewegungen

LSVT-BIG ist ein intensives Bewegungstraining für Menschen mit Parkinson. Es arbeitet mit bewusst großen Bewegungen. Ziel ist, kleine und langsame Bewegungsmuster zu verbessern.⁵
Studien zeigen, dass amplitudenorientiertes Training motorische Funktionen verbessern kann. Einzelne Untersuchungen berichten auch Verbesserungen der Handfunktion bei aufgabenbezogenem LSVT-BIG-Training.⁵,⁶
Wichtig ist die passende Auswahl. Nicht jede Methode passt zu jeder Person. Belastbarkeit, Erkrankungsstadium und Therapieziele entscheiden über den Einsatz.

Du bist in Regensburg oder Umgebung und hast Parkinson ?

Die Ergotherapiepraxis Zahlheimer befindet sich in Regensburg-Burgweinting, Friedrich-Viehbacher-Allee 3, 93055 Regensburg. Die Praxis begleitet Menschen mit neurologischen Erkrankungen und ist telefonisch unter 0941 78 52 09 61 erreichbar.⁸
Vereinbaren Sie einen Termin, wenn Parkinson Ihren Alltag erschwert. Wir prüfen gemeinsam, welche Therapieziele realistisch sind und welche Maßnahmen zu Ihrer Situation passen.
Bitte bringen Sie vorhandene Befunde und Ihre ärztliche Verordnung mit.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Parkinson?

Parkinson ist eine neurologische Erkrankung. Bewegungen werden langsamer, kleiner und oft steifer. Viele Betroffene haben auch Zittern, Gangunsicherheit oder eine veränderte Mimik.¹

Ist Parkinson heilbar?

Parkinson ist nach aktuellem Stand nicht heilbar. Die Beschwerden lassen sich aber behandeln. Medikamente, Bewegung, Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie helfen dabei, Alltag und Lebensqualität zu verbessern.²

Wann hilft Ergotherapie bei Parkinson?

Ergotherapie hilft, wenn Alltagstätigkeiten schwerer werden. Dazu gehören Schreiben, Anziehen, Essen, Haushalt, Gleichgewicht, Tagesstruktur und Hilfsmittelversorgung.³

Was trainiert Ergotherapie bei Parkinson?

Ergotherapie trainiert konkrete Alltagshandlungen. Dazu gehören Greifen, Schreiben, Aufstehen, Anziehen, sichere Wege in der Wohnung und Strategien gegen Bewegungsblockaden.

Hilft Bewegung wirklich bei Parkinson?

Ja. Regelmäßige Bewegung kann Gleichgewicht, Gang, Beweglichkeit und Lebensqualität verbessern.⁴Wichtig ist ein Training, das zur Belastbarkeit passt.

Welche Übungen helfen bei Parkinson?

Häufig helfen große Bewegungen, Gleichgewichtsübungen, Krafttraining, Gehtraining und Feinmotorikübungen. Die Auswahl hängt von den Beschwerden ab.

Was ist Freezing?

Freezing bedeutet, dass eine Bewegung plötzlich blockiert. Oft passiert das beim Losgehen, Drehen oder durch enge Türen. Rhythmus, Markierungen oder klare Schritt-Kommandos können helfen.

Was tun bei kleiner Schrift?

Bei kleiner Schrift helfen große Schreibbewegungen, dickere Stifte, klare Linien und kurze Übungszeiten. Ergotherapie trainiert die Handfunktion gezielt.

Wann brauche ich Hilfsmittel?

Hilfsmittel sind sinnvoll, wenn sie Sicherheit oder Selbstständigkeit verbessern. Beispiele sind Griffverdickungen, Duschhocker, rutschfeste Unterlagen oder Anziehhilfen.

Wann sollte ich zum Arzt?

Bei neuen Symptomen, Stürzen, Schluckproblemen, starker Verschlechterung oder Nebenwirkungen von Medikamenten ist ärztliche Abklärung wichtig. Bei plötzlichen Lähmungen, Sprachproblemen oder starker Verwirrtheit zählt sofortige Hilfe.

Quellenangaben

[1] AWMF/DGN, S2k-Leitlinie Parkinson-Krankheit, Version 8.1, Stand 25.10.2023.
[2] NICE Guideline NG71, Parkinson’s disease in adults: diagnosis and management. Empfehlungen zu Diagnose, Therapie und nicht-medikamentöser Behandlung.
[3] Foster ER et al., Occupational Therapy Interventions for Instrumental Activities of Daily Living for Adults With Parkinson’s Disease: A Systematic Review, 2021.
[4] Guo XB et al., Effects of different exercise types on balance function in patients with Parkinson’s disease, 2024.
[5] McDonnell MN et al., Lee Silverman Voice Treatment BIG to improve motor function in people with Parkinson’s disease: systematic review, 2018.
[6] Choi YS et al., Effects of Task-Based LSVT-BIG Intervention on Hand Function in Parkinson’s Disease, 2022.
[7] NCBI Bookshelf, Parkinson Disease, StatPearls, aktualisierte Fachübersicht zu Ursachen und Symptomen.
[8] Ergotherapiepraxis Zahlheimer, Neurologie und Kontaktangaben der Praxis in Regensburg-Burgweinting.

Medizinischer Hinweis und Haftungsausschluss

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine ärztliche Diagnose, keine medizinische Beratung und keine individuelle Therapieplanung.
Bei Beschwerden, neuen Symptomen oder einer Verschlechterung wenden Sie sich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine qualifizierte therapeutische Fachkraft.
Die beschriebenen Übungen und Hinweise sind allgemeine Beispiele. Die Anwendung erfolgt in eigener Verantwortung. Eine passende Behandlung richtet sich nach Diagnose, Krankheitsverlauf, Belastbarkeit und persönlicher Situation.

Über den Autor: Michael Zahlheimer

Ich bin Michael Tann Zahlheimer, examinierter Ergotherapeut mit über 23 Jahren Berufserfahrung. Seit mehr als zehn Jahren widme ich mich mit großer Leidenschaft ausschließlich der Handtherapie.
Als Diploma geprüfter und zertifizierter Handtherapeut (AfH) sowie zertifizierter Neurohandtherapeut (AfH) steht für mich die individuelle, sorgfältige Begleitung meiner Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt.

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Ergotherapie Zahlheimer ist eine ergotherapeutische Praxis mit Schwerpunkten auf neurologische Ergotherapie, Handtherapie sowie Kinder-Ergotherapie.

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