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Michael Zahlheimer
25.7.2026
Handtherapie
Umgangssprachlicher Name: wackeliges Handgelenk außen. Gemeint ist eine Instabilität an der Kleinfinger-Seite des Handgelenks. Der Fachbegriff lautet TFCC-Instabilität oder DRUG-/DRUJ-Instabilität. Der TFCC ist ein kleiner Stoßdämpfer und Bandkomplex im Handgelenk. Er stabilisiert die Verbindung zwischen Elle und Speiche. Diese Verbindung ist besonders wichtig beim Drehen, Greifen und Aufstützen.¹ Typisch sind Schmerz außen am Handgelenk, Klicken, Schnappen, Kraftverlust oder ein Gefühl von Wegknicken. Beschwerden treten oft beim Öffnen von Flaschen, Drehen eines Schlüssels oder Abstützen auf.¹ Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Stabilität. Häufig helfen Belastungsanpassung, Orthese, Handtherapie, Koordinationstraining und gezielter Kraftaufbau.²,³ Nach Operationen gilt immer der ärztliche OP-Plan. Übungen beginnen erst nach Freigabe durch Ärztin, Arzt oder Handtherapie.

Das Handgelenk besteht nicht nur aus Knochen. Bänder, Knorpel, Sehnen und Muskeln halten es in der richtigen Spur. Auf der Kleinfinger-Seite liegt der TFCC. Er verbindet und stabilisiert das Gelenk zwischen Elle und Speiche. Dieses Gelenk arbeitet bei jeder Drehbewegung des Unterarms mit.¹
Wenn der TFCC gereizt, angerissen oder überlastet ist, fühlt sich das Handgelenk oft unsicher an. Viele Betroffene beschreiben es als „wackelig“, „nicht belastbar“ oder „als würde etwas springen“.
Eine TFCC-Reizung entsteht oft durch eine Drehbelastung. Beispiele sind ein Sturz auf die Hand, Sport, schweres Heben oder eine ruckartige Bewegung mit dem Unterarm.¹,² Auch wiederholte Belastungen spielen eine Rolle. Dazu gehören Schrauben, Arbeiten mit Werkzeug, Krafttraining, Tennis, Klettern oder langes Abstützen auf der Hand. Ein anatomischer Faktor kann die Beschwerden verstärken. Bei manchen Menschen steht die Elle etwas länger. Dann steigt die Belastung auf der Kleinfinger-Seite des Handgelenks.¹
Der Schmerz sitzt meist außen am Handgelenk, also auf der Kleinfinger-Seite. Er nimmt bei Belastung zu.¹
Viele Betroffene berichten über Klicken, Knacken oder Schnappen. Manchmal kommt ein Gefühl von Instabilität dazu.
Warnzeichen sind Taubheit, deutliche Schwellung, Ruheschmerz, Kraftverlust oder ein neues Wegspringen am Handgelenk. Dann gehört die Hand ärztlich abgeklärt.
Die Diagnose beginnt mit der genauen Befragung. Wichtig sind Ort des Schmerzes, auslösende Bewegungen und die Frage nach Sturz, Sport oder Operation.
Danach folgt die klinische Untersuchung. Ärztin, Arzt oder Handtherapie prüfen Druckschmerz, Drehbewegung, Kraft und Stabilität.
Typische Tests sind Druck auf die TFCC-Region, Belastung in bestimmten Handgelenksstellungen und die Prüfung der Elle-Speiche-Verbindung.¹
Röntgen zeigt Knochenstellung, Brüche oder eine längere Elle. MRT kann den TFCC darstellen. Die Gelenkspiegelung gilt in der Fachliteratur als genaueste Methode zur direkten Beurteilung des TFCC.¹
Wichtig: Nicht jeder TFCC-Befund im MRT verursacht Schmerzen. Entscheidend ist, ob Befund, Untersuchung und Alltagsschmerz zusammenpassen.
Die wichtigste Regel lautet: Belastung reduzieren, aber die Hand nicht wochenlang komplett vermeiden.
In der akuten Reizphase hilft oft eine Pause von schmerzhaften Dreh- und Stützbelastungen. Dazu gehören schwere Einkaufstaschen, Liegestütz, Schraubbewegungen und starkes Abknicken zur Kleinfinger-Seite.
Kühlen kann bei frischer Reizung entlasten. Wärme passt eher bei muskulärer Spannung und chronischen Beschwerden. Eine Orthese kann das Handgelenk vorübergehend beruhigen. Sie ersetzt aber kein Training. Langfristig braucht das Handgelenk wieder aktive Führung durch Muskeln und Koordination.³,⁴
Trainieren Sie nur nach Freigabe. Der Schmerz bleibt während der Übung maximal bei 3 von 10. Am Folgetag darf keine deutliche Schwellung oder Reizzunahme auftreten. Sonst war die Belastung zu hoch.
Halten Sie das Handgelenk bei Belastung möglichst neutral. Vermeiden Sie ein starkes Abknicken zur Kleinfinger-Seite. Drehen Sie Flaschen mit beiden Händen. Nutzen Sie Öffner für Gläser. Tragen Sie schwere Taschen nah am Körper.
Beim Arbeiten mit Maus, Werkzeug oder Smartphone helfen kurze Pausen. Viele kleine Entlastungen wirken besser als eine große Schonphase.
Die folgenden Übungen stammen aus der handtherapeutischen Nachbehandlung. Sie ersetzen keine individuelle Anleitung.
Start nur nach Freigabe durch Ärztin, Arzt oder Handtherapie. Nach Operationen gilt immer der OP-spezifische Plan.
Legen Sie den Unterarm auf den Tisch. Das Handgelenk bleibt gerade.
Ziehen Sie mit der anderen Hand leicht Richtung Kleinfinger-Seite. Die betroffene Hand hält dagegen, ohne sichtbar auszuweichen.
Halten Sie 10 Sekunden. Wiederholen Sie 5- bis 8-mal.
Beugen Sie den Ellenbogen auf 90 Grad. Greifen Sie locker einen Stift, Hammergriff oder Schraubenzieher.
Drehen Sie nicht aktiv. Halten Sie nur sanft gegen einen kleinen Widerstand. Die Bewegung bleibt ruhig.
Halten Sie 10 Sekunden. Wiederholen Sie 5- bis 8-mal.
Gleiche Ausgangsstellung. Jetzt halten Sie sanft gegen die Gegenrichtung.
Diese Übung trainiert die Kontrolle der Drehbewegung. Sie dient als Ausgleich.
Drücken Sie einen weichen Ball oder Therapieknete. Die Hand bleibt entspannt.
Halten Sie 30 bis 45 Sekunden. Kein stechender Schmerz.
Greifen Sie einen leichten Hammer oder eine kleine Flasche am Schaft.
Drehen Sie den Unterarm langsam nach innen und außen. Bleiben Sie in einem kleinen, schmerzarmen Bewegungsbogen.
2 bis 3 Sätze mit 10 bis 12 Wiederholungen.
Befestigen Sie ein leichtes Band am Handrücken.
Führen Sie das Handgelenk leicht nach oben und Richtung Kleinfinger-Seite. Danach langsam zurück.
2 bis 3 Sätze mit 10 bis 12 Wiederholungen.
Das Band liegt in der Handfläche.
Beugen Sie das Handgelenk leicht und führen Sie es sanft Richtung Kleinfinger-Seite. Danach langsam lösen.
2 bis 3 Sätze mit 12 bis 15 Wiederholungen.
Bewegen Sie das Handgelenk wie bei einem Dartwurf. Start oben in Richtung Daumenseite. Ende unten in Richtung Kleinfinger-Seite.
Bleiben Sie klein und schmerzarm. Diese Bewegung wird in der Handtherapie oft als funktioneller Bewegungskorridor genutzt.⁵
Drücken Sie einen weichen Ball leicht gegen die Wand.
Das Handgelenk bleibt gerade. Kreisen Sie langsam mit kleinen Bewegungen.
2 bis 3 Durchgänge mit 45 bis 60 Sekunden.
Stützen Sie beide Hände auf eine Tischkante. Die Ellenbogen bleiben leicht gebeugt.
Verlagern Sie das Gewicht langsam nach vorne und zur Seite. Keine Endstellung. Kein Wegknicken.
3 Durchgänge mit 30 bis 45 Sekunden.
Eine zweite Person tippt leicht gegen Hand oder Unterarm. Sie halten die Position.
Das Ziel ist Kontrolle, nicht Kraft. Das Handgelenk bleibt neutral.
3 Durchgänge mit 30 Sekunden.
Trainieren Sie funktionelle Bewegungen erst, wenn die Grundübungen gut gehen.
Beispiele sind Tuch auswringen, Flasche kontrolliert öffnen, leichte Kurbelbewegungen oder Werkzeugbewegungen.
Steigern Sie nur, wenn Schmerz, Schwellung und Kontrolle stabil bleiben.
In der Ergotherapiepraxis Zahlheimer in Regensburg-Burgweinting behandeln wir Handprobleme mit Schwerpunkt Handtherapie. Die Praxis ist als Schwerpunktpraxis für Handtherapie zertifiziert und arbeitet mit spezialisierten Hand- und Neuro-Handtherapeuten.
Wir prüfen Schmerzort, Beweglichkeit, Kraft, Stabilität und Alltagsbelastung.
Wichtig ist die Frage: Was soll die Hand wieder können? Beispiele sind Arbeiten, Sport, Kind tragen, Haushalt oder Instrument spielen.
In der ersten Phase steht Beruhigung im Vordergrund.
Wir besprechen schmerzauslösende Bewegungen, sinnvolle Pausen und sichere Ersatzbewegungen. Bei Bedarf kommen Tape, Orthese oder dosierte Entlastung zum Einsatz.
Bei Instabilität kann eine Handgelenks- oder DRUG-Orthese helfen.
Unsere Praxis verfügt über einen eigenen Fachbereich Schienenbau. Schienen werden aus thermoplastischem Material angepasst und funktionell ausgerichtet.
Wir trainieren die Muskeln, die das Handgelenk aktiv führen.
Dazu gehören Übungen für ECU, FCU und die Unterarmdreher. Diese Muskeln wirken wie aktive Stabilisatoren der Elle-Speiche-Verbindung.⁶
Je nach Befund nutzen wir ergänzende Verfahren. Dazu gehören Elektrotherapie, Ultraschall, Lasertherapie, Infraschall oder Sensibilitätsbäder. Die Praxis beschreibt diese Verfahren als unterstützende Maßnahmen zur Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung.
Zum Schluss wird die Belastung alltagsnah aufgebaut.
Wir üben Greifen, Drehen, Stützen und Werkzeugbewegungen. Ziel ist ein Handgelenk, das wieder Vertrauen gibt.
Dann vereinbaren Sie einen Termin in der Ergotherapiepraxis Zahlheimer in Regensburg-Burgweinting.
Wir behandeln Beschwerden an Hand, Handgelenk und Unterarm individuell und alltagsnah. Die Praxis ist auf Handtherapie spezialisiert und begleitet Patientinnen und Patienten von der OP-Nachsorge bis zur komplexen Handproblematik.
Kontakt:
Praxis für Ergotherapie Zahlheimer
Friedrich-Viehbacher-Allee 3
93055 Regensburg-Burgweinting
Telefon: 0941 78 52 09 61
E-Mail: praxis@ergotherapie-burgweinting.de
Wir nennen es im Patientengespräch wackeliges Handgelenk außen. Gemeint ist eine Instabilität an der Kleinfinger-Seite des Handgelenks.
Der Schmerz sitzt meist auf der Kleinfinger-Seite des Handgelenks. Typisch sind Schmerzen beim Drehen, Greifen, Tragen oder Abstützen.¹
Nicht immer. Der TFCC besteht aus Knorpel- und Bandanteilen. Es kann eine Reizung, ein Einriss, eine degenerative Veränderung oder eine Instabilität vorliegen.
Nicht jede TFCC-Verletzung braucht eine Operation. Bei stabilen Situationen werden oft konservative Maßnahmen genutzt. Bei deutlicher Instabilität, starken Beschwerden oder Therapieversagen entscheidet die ärztliche Abklärung über weitere Schritte.¹,²,³
Eine Schiene kann Reizung reduzieren und Sicherheit geben. Langfristig zählt aber der aktive Aufbau von Kraft, Koordination und Belastbarkeit.
Häufig problematisch sind starkes Drehen, Stützen, schweres Tragen und Abknicken zur Kleinfinger-Seite. Beispiele sind Gläser öffnen, Schrauben, Liegestütz und Arbeiten mit Werkzeug.
Ja, nach Freigabe und mit klarer Dosierung. Schmerzarm, langsam und ohne Reaktion am Folgetag ist die wichtigste Regel.
Die Dauer hängt von Ursache, Stabilität, OP-Status und Belastung im Alltag ab. Bei leichter Reizung reichen oft wenige Wochen. Nach Operationen dauert der Aufbau deutlich länger und folgt dem chirurgischen Plan.
DRUJ ist die englische Abkürzung für das körperferne Elle-Speiche-Gelenk. Auf Deutsch wird oft DRUG gesagt: distales Radioulnargelenk. Dieses Gelenk ermöglicht das Drehen des Unterarms.
Bei Taubheit, deutlicher Schwellung, Ruheschmerz, Unfall, Kraftverlust oder starkem Wegknicken ist ärztliche Abklärung wichtig. Das gilt auch, wenn die Beschwerden trotz Entlastung nicht besser werden.
[1] Casadei/Kiel 2023: Triangular Fibrocartilage Complex, StatPearls/NCBI Bookshelf.
[2] Jawed et al. 2020: TFCC injuries: How we treat?
[3] Sander et al. 2020: Outcome of conservative treatment for triangular fibrocartilage complex lesions.
[4] Tse et al. 2023: A structured non-operative treatment program for traumatic TFCC injury.
[6] Weber et al. 2023: Stability of the distal radioulnar joint with and without FCU and ECU activation.
[7] Rodríguez-Merchán 2022: Distal Radioulnar Joint Instability: Diagnosis and Treatment.
[8] Bergner et al. 2020: Dart thrower’s motion and the injured scapholunate ligament.
[9] Ergotherapiepraxis Zahlheimer: Praxis-, Handtherapie- und Kontaktinformationen.
Die Inhalte dienen der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie ersetzen keine persönliche Untersuchung, Diagnose oder individuelle Therapieempfehlung.
Bei anhaltenden, zunehmenden oder unklaren Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre behandelnden Ärztinnen oder Ärzte.
Nach Operationen gilt immer der individuelle OP-Plan. Übungen beginnen erst nach Freigabe durch Ärztin, Arzt oder Handtherapie.
Ergotherapie Zahlheimer ist eine ergotherapeutische Praxis mit Schwerpunkten auf neurologische Ergotherapie, Handtherapie sowie Kinder-Ergotherapie.
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